KOLUMBIEN

Ich liebe es.

Ever Polo, 42, aus Cartagena, Kolumbien. Allrounder. Ist seiner Liebe nach Rostock gefolgt.

Ever Polo ist Koch, DJ, Animateur, Existenzgründer, Tischler, Hausmeister, Tanzlehrer, außerdem kann er Katzen dressieren. Geboren in der Hafenstadt Cartagena und aufgewachsen mit drei Brüdern und einer Schwester, arbeitete er in Kolumbien zuerst als Animateur mit Erwachsenen und mit Kindern, in ganz Lateinamerika war er unterwegs, während seine Mutter zu Hause für Großveranstaltungen kochte. 1995 verliebte er sich ausgerechnet in eine Deutsche und folgte ihr – nach Rostock. "Was für eine Vorstellung hattest du vorher von Deutschland? Was für Hoffnungen?" "Ich hatte vor allem Schiss! Vor Nazis, vor Rassismus. Ich hatte die Bilder aus Rostock im Fernsehen gesehen." Leider bestätigte sich sein ungutes Gefühl dann auch. Etliche Male hat er negative Erfahrungen gemacht. Einmal verfolgten ihn Nazis mit Baseballschlägern in der Heinrich-Schütz-Straße und er konnte sie nur dadurch abschütteln, dass er sich unter einem Auto verkroch, andere Male wurden er und seine Frau in der Straßenbahn grob beschimpft.

Heimweh hatte er oft, nach seiner Familie, seiner Mutter, die er über alles liebt. Liebe ist sowieso ein Wort, das oft bei ihm fällt. Er liebt Kochen, er liebt Musik, er liebt es zu putzen. "Alles was ich tue, liebe ich! Ich denke nicht – och nee, das und das musst du noch machen…"

Deutsch lernen ist ihm schwer gefallen. Er hat es sich selbst beigebracht mit Hilfe der Sesamstraße, die er jeden Tag geschaut hat. Mittlerweile ist er fast die Hälfte seines Lebens hier. "Fühlst du dich mehr als Deutscher oder als Kolumbianer oder als Rostocker?"

"Ich bin Kolumbianer, ich bin Rostocker. Ich liebe Rostock. Mein Rostock!"

Mit seiner Frau und seiner Katze teilt er sich eine Wohnung im Herzen der Stadt. Erst war er gegen die tierische Begleiterin, mittlerweile hat er Vicky auf Spanisch perfekt dressiert. Die Demonstration ist durchaus beeindruckend. Reicht ihm die Katze als spanischer Kommunikationspartner oder zieht es ihn manchmal doch wieder fort aus Rostock?

"Mir wurden Jobs angeboten in Spanien, als Animateur, in Hamburg könnte ich mehr Geld verdienen, aber ich wüsste, wenn ich hier weggehen würde, würde ich schnurstracks zurück nach Kolumbien gehen, aber ich liebe Rostock, deswegen bleibe ich hier."

Buñuelos de queso

Zutaten: · 2 Pkg Fetakäse · 1 Ei · 1 EL Zucker · 1 TL Salz · 1 kl. Schluck Milch · ca. 1,5 Tassen Mehlmischung für Buñuelos (erhältlich z.B. in „The Beach Store“, Wismarsche Str. 72 oder im Internet) · 1 TL Backpulver, Öl zum Frittieren · ½ Yuca (Maniok) (erhältlich im Asia-Geschäft in der Dobaraner Str.) · 1 Zwiebel · 1-2 Knoblauchzehen · Limettensaft

Fetakäse, Ei, Zucker, Salz und Mehlmischung mit Milch zu einem Teig kneten. Daraus kleine Bällchen, etwa in der Größe eines Haggi-Sack formen.

Öl in einen Topf geben, auf sehr starker Flamme erhitzen und zum Sieden bringen, danach auf halbe Hitze runterdrehen und die Buñuelos reintun. Solange frittieren bis die Buñuelos zu tanzen scheinen, d.h. sich an der Oberfläche drehen, außerdem sollten sie goldbraun sein.

Die Yuca schälen und in Streifen schneiden, in Salzwasser kochen. Zwiebeln und Knoblauch anbraten, mit Limettensaft ablöschen. Über die Yuca geben. Buñuelos gemeinsam mit der Yuca servieren.

Das Bild links stammt aus Evers Privatgalerie: So sehen die Bunuelos aus, wenn er sie im großen Stil anfertigt.